Dies ist ein subjektiver Artikel – Vorsicht! Es handelt sich nicht um eine empirische Tatsache, sondern ist eher ein Produkt spontaner Faszination!
Was man hier nicht finden wird:
Warum es vielleicht trotzdem das beste Spiel aller Zeiten ist, kannst Du hier lesen:
Es beginnt wie im Märchen. Eine Gruppe von sieben Zwergen macht sich auf, ihr Glück zu suchen an einem Flecken unberührter Natur. Ihr Gepäck birgt nur das Mindeste und die Fähigkeiten der einzelnen Zwerge sind auch nur bescheiden. Es gilt nun, eine Feste aufzubauen. Entweder gehauen in Fels, unterirdisch oder als Fort errichtet gen Himmel. Genauere Details zum Spielverlauf lassen sich nicht pauschalisieren. Hier liegt das Potential von „Dwarf Fortress“ versteckt. Jedes Spiel ist anders. Es gibt kein Ziel. Das Spiel ist, was Du daraus machst... und es lässt sich eine ganze Menge daraus machen.
Dwarf Fortress verfügt über einen äußerst komplexen Weltengenerator, der jede Partie zu einem einmaligen Erlebnis macht. Kontinente werden geformt, hunderte Gesteinsschichten festgelegt, Flüsse, Flora sowie Fauna festgelegt und damit hört es noch nicht auf. Jede Welt bekommt ihre eigene jahrhundertelange Geschichte mit Kriegen, Göttern, berühmten Persönlichkeiten und legendären Bestien. Die Komplexität des Generators ist enorm, genau wie die, des anschließenden Spiels.
Dwarf Fortress ist Freeware. Niemand braucht dafür nur einen einzigen Cent zu bezahlen. Dementsprechend ist allerdings auch die gesamte Publicity auf Eigeninitiative der Nutzer angewiesen. Der Entwickler Toady One ist zudem Hauptberuflich Entwickler von Dwarf Fortress, was zur Folge hat, dass das gesamte Projekt von Spenden getragen wird. Auch auf Mac und Linux läuft das Spiel einwandfrei und erfreut sich wachsender Beliebtheit.
Dwarf Fortress schreckt ab und scheidet die Geister. Vor allem die Grafik lässt viele das Spiel nicht mal als solches erkennen und erinnert viel stärker an einen Systemfehler, als eine Unterhaltungssoftware. Die komplette Grafik basiert auf ASCII-Zeichen in unterschiedlichen Farben. Um diesem Manko beizukommen, haben Fans jedoch bereits Grafiksets entwickelt, die zumindest kleine Figuren, anstelle von Zahlen und Buchstaben darstellen. Dennoch, Dwarf Fortress ist und bleibt kein Augenschmaus. Sieht man darüber aber sprichwörtlich hinweg, eröffnet sich einem eine lebendige Welt, bei der selbst hochentwickelte kommerzielle Spiele wie Oblivion und GTA einpacken können.
Leider bleibt es nicht bei dem Schönheitsfehler Grafik. Dwarf Fortress ist nicht besonders intuitiv zu bedienen. Ein Tutorial gibt es nicht und es ist nur auf Englisch verfügbar. Also ist es Pflicht, sich sehr lange Videotutorials auf Youtube anzuschauen, um mit der Komplexität auch nur annähernd klar zu kommen. Nebenher ist die Lektüre vieler Artikel auf der eigenen Wikiseite obligatorisch.
Es ist kaum in Worte zu fassen, aber Dwarf Fortress ist schlicht und ergreifend süchtigmachend. Es strotzt nur so vor Kuriositäten, Potential und Ehrgeiz. Das wohl beste Spiel aller Zeiten lässt unendliche Kreativität zu. Im Grunde kann man auch nur verlieren, da es kein Spielziel gibt. Es geht darum zu überleben und die Zeit bis zum Tod möglichst lustig zu gestalten. Man errichtet Festungen, schlägt Goblinbelagerungen nieder, züchtet Alligatoren, begegnet untoten Elefanten, braut köstliches Pilzbier, graviert die Geschichte der Festung in ihren Fels, schmiedet einen Thronsaal aus purem Gold, stellt einen exotischen Zoo zusammen und stößt letztendlich auf einen Zugang zur Hölle selbst voller Dämonen.
Auf Dwarf Fortress muss man sich einlassen. Es ist sozusagen damit das genaue Gegenteil eines Browserspiels. Für all diejenige unter euch, die seichte Casual Games satt sind, wird es ein echtes Juwel sein.